GAEB Unterscheidung der Formate
Fragestellung
Wie unterscheiden sich die GAEB D- Formate
Was ist der Unterschied zwischen D- P- und X- Format
Wie unterscheiden sich die GAEB D- Formate
Die GAEB-Formate D83, D84 und D86 dienen dem standardisierten Austausch von Leistungsverzeichnissen im Bauwesen, unterscheiden sich jedoch in ihrer Funktion:
1. GAEB D83 – Kostenschätzung / Preisanfrage
Wird für Kostenschätzungen oder Preisanfragen verwendet.
Enthält eine Liste von Leistungen ohne Preise.
Wird häufig genutzt, um eine erste Preisanfrage an mögliche Bieter zu stellen.
Kann als Vorstufe zur Angebotsaufforderung (D84) dienen.
2. GAEB D84 – Angebotsaufforderung
Wird vom Auftraggeber genutzt, um ein Leistungsverzeichnis für eine verbindliche Angebotsabgabe zu versenden.
Enthält eine detaillierte Beschreibung der Leistungen, aber noch keine Preise.
Bieter füllen dieses Leistungsverzeichnis mit ihren Preisen aus und senden es als D86-Datei zurück.
3. GAEB D86 – Angebotsabgabe
Wird vom Bieter verwendet, um sein ausgefülltes Angebot mit Preisen an den Auftraggeber zu senden.
Enthält das Leistungsverzeichnis aus D84, aber ergänzt um die Angebotspreise.
Wird zur elektronischen Angebotsprüfung beim Auftraggeber weiterverarbeitet.
Zusammenfassung der Unterschiede:
GAEB-Format | Funktion | Wer nutzt es? | Preise enthalten? |
|---|---|---|---|
D83 | Preisanfrage / Kostenschätzung | Auftraggeber (für eine erste Anfrage) | ❌ Nein |
D84 | Angebotsaufforderung | Auftraggeber (zur Ausschreibung) | ❌ Nein |
D86 | Angebotsabgabe | Bieter (zur Rücksendung des Angebots) | ✅ Ja |
Damit bilden die drei Formate eine logische Abfolge:
D83 zur ersten Preisanfrage,
D84 zur offiziellen Ausschreibung,
D86 für das finale Angebot mit Preisen.
Was ist der Unterschied zwischen D- P- und X- Format
Die Bezeichnungen D, P und X in den GAEB-Formaten stehen für verschiedene Austauschphasen und Datenstrukturen. Sie haben unterschiedliche Zwecke und technische Grundlagen:
1. GAEB D-Formate ("Daten") – Alte GAEB 90/2000 Norm
GAEB D steht für Datenformat und ist das klassische ASCII- bzw. textbasierte Format.
Wird seit GAEB 90 und GAEB 2000 verwendet.
Hat festgelegte Spaltenbreiten und ist für ältere Software-Systeme optimiert.
Beispiele:
D83: Preisanfrage
D84: Angebotsaufforderung
D86: Angebotsabgabe
Nachteile:
⚠️ Weniger flexibel, schwerer zu erweitern und nicht gut für moderne Systeme geeignet.
2. GAEB P-Formate ("Prozessorientiert") – GAEB 2000 Norm
GAEB P steht für prozessbezogenes Format und ist eine Weiterentwicklung der D-Formate.
Wurde mit GAEB 2000 eingeführt.
Ermöglicht eine genauere Abbildung von Vergabeprozessen.
Kaum noch im praktischen Einsatz, da die X-Formate sie ersetzt haben.
Beispiel:
P83, P84, P86 (ähnlich den D-Formaten, aber anders strukturiert).
3. GAEB X-Formate ("XML-basiert") – Aktuelle GAEB DA XML Norm
GAEB X steht für XML-basiertes Format und ist der moderne Standard seit GAEB DA XML 3.2.
Plattformunabhängig, strukturiert, und gut erweiterbar.
Wird für moderne BIM- und AVA-Software genutzt.
Flexibel für die Integration in digitale Workflows.
Beispiele:
X83: Preisanfrage
X84: Angebotsaufforderung
X86: Angebotsabgabe
Vorteile:
✅ Les- und schreibbar mit moderner Software
✅ Unterstützt digitale Prozesse und BIM
✅ Keine festgelegten Spaltenbreiten
Zusammenfassung der Unterschiede
Format | Technologie | Aktuelle Nutzung | Ziel |
|---|---|---|---|
D-Formate | ASCII / Textbasiert | Veraltet, noch in Gebrauch | Klassischer GAEB-Datenaustausch |
P-Formate | Prozessorientiert | Kaum mehr genutzt | Erweiterte Prozesse in GAEB 2000 |
X-Formate | XML | Aktueller Standard | Zukunftssicher, flexibel, für BIM & digitale Workflows |
Welche Version sollte man nutzen?
Falls möglich, X-Formate (GAEB DA XML), da sie modern und flexibel sind.
D-Formate werden noch genutzt, besonders in älteren Programmen.
P-Formate sind kaum noch relevant und wurden durch X-Formate ersetzt.